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Schulpartnerschaft mit Parhalahti/FIN

Seit Herbst 2001 besteht schulischer und inzwischen auch privater Kontakt zwischen der Sonnenrainschule Radolfzell und der Grundschule in Parhalahti. Begonnen hat der Kontakt damit, dass das Kind einer finnischen Familie unsere Schule besuchte und dessen Oma zufälligerweise auch Lehrerin ist und zwar in dem Ort Parhalahti in Mittelfinnland am Bottnischen Meerbusen. Da Frau Helena Haapakoski bei jedem ihrer Besuche auf Anregung von Klassenlehrerin Gabi Bach im Unterricht hospitierte, Briefe und Adressen von finnischen Schülern mitbrachte, gemeinsame Projekt durchführte und den Austausch von Geschenken ermöglichte, entstand schließlich eine Schulpartnerschaft.

Nicht uninteressant ist die Zusammenarbeit für uns Deutsche, weil Finnland im Rahmen der PISA Studien (Programme for International Student Assessment) – sowohl bei der ersten als auch bei der neuesten Studie im Jahr 2004 die vorderen Plätze belegte. Bei der letzten Studie 2004 war Finnland sowohl beim Leseverständnis als auch in Mathematik und Naturwissenschaften auf den ersten Plätzen.

Finnische Schüler bei gemeinsamer Arbeit im Unterricht

Wie wurde das erreicht?

Die Finnen schafften 1972 mit einem Schlag ihr gegliedertes Schulwesen ab. An seine Stelle trat eine Gesamtschule, in die seither alle Schüler bis zum Ende der neunten Jahrgangsstufe gehen. Das finnische Schulsystem stützt sich also auf eine möglichst lange gemeinsame Schulzeit, wobei die individuelle Förderung ganz oben steht. Die Klassen umfassen in der Regel nicht mehr als 15 Schüler. Selbst bei dieser Klassenstärke werden einzelne Schüler aus dem Klassenverband herausgenommen und gezielt gefördert. In den unteren Klassen, sowie im Fremdsprachunterricht sind zwei Lehrkräfte im Klassenzimmer.

Eine Woche lang hat Frau Bach – aus rein privaten Gründen – den Unterricht in Parhalahti besucht und so einen grundlegenden Eindruck des Schulbetriebs erhalten. Schon im Vorschulalter beginnt die individuelle Förderung; 90 % der Kinder besuchen, bevor sie mit sieben Jahren eingeschult werden, die Vorschule. Jeder finnische Schüler lernt mindestens zwei Fremdsprachen. Bis zum Abitur sind es in der Regel vier. Ganz selbstverständlich ist auch der frühe Umgang mit Computern. Sie gehören vom ersten Tag an zum Unterricht.

Wie der Schulalltag aussieht

An der finnischen Schule in Parhalahti werden – ähnlich einer deutschen Gesamtschule – nur die Klassen eins bis sechs unterrichtet; anschließend besuchen alle Schüler gemeinsam die nur wenige Kilometer entfernte Schule in der nächst größeren Stadt Pyhajoki. Unterrichtet wird an fünf Wochentagen; Unterrichtsbeginn ist jeweils 8.45 Uhr. Nach jeder Unterrichtsstunde ist eine Pause von 15 Minuten. Hier können die Schüler das Schulgebäude verlassen und draußen spielen. Nach drei Vormittagsstunden findet die Mittagspause statt (11.30 – 12.00 Uhr). Das Mittagessen wird jeden Tag in der schuleigenen Küche professionell von einer Köchin zubereitet. Lehrer und Schüler nehmen es gemeinsam im Klassenzimmer ein.

Gemeinsames Mittagessen im Klassenzimmer

Der Nachmittagsunterricht umfasst ebenfalls drei Unterrichtsstunden (12.00 – 14.45 Uhr), jeweils unterbrochen durch 15-Minuten-Pausen und endet um 14.45 Uhr. Es ist also nicht – wie in Deutschland immer wieder behauptet wird – eine Ganztagesschule. Die Kinder gehen spätestens um 14.45 Uhr nach Hause, haben dann allerdings schon Mittag gegessen. Hausaufgaben müssen natürlich noch erledigt werden.

Die hervorragende Ausstattung der Klassenzimmer, das kostenfreie Mittagessen und die Lehrmittelfreiheit, die bis hin zu Heft und Radiergummi reicht, lässt sich Finnland viel kosten. Zu jedem Lehrbuch haben die Schüler ein passendes Arbeitsheft, das sie in der Gruppe miteinander bearbeiten. Ca. 7 % des Bruttosozialproduktes werden für Bildung ausgegeben, in Deutschland sind es etwa 4 %.

Link zur Homepage der Schule:

http://www.pyhajoki.fi/parhalahti/.

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Finnland-Karte

Der Artikel wurde recherchiert und geschrieben von Frau Gabi Bach

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