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Rektor mit pastoraler Erscheinung

Peter Seemann geht nach 27 Jahren als Rektor der Sonnenrainschule in den Ruhestand.

(Presseartikel im Südkurier, 21.07.12, von Gerald Jarausch)

Am Donnerstag wurde Schulrektor Peter Seemann offiziell in den Ru hestand verabschiedet. Zahlreiche Vertreter der Schulen, des Gemeinderates, der Radolfzeller Stadtverwaltung und langjährige Wegegefährten kamen in die Sporthalle der Sonnenrainschule, um den dienstältesten Rektor Radolfzells nach insgesamt 44 Dienstjahren als Lehrer, Konrektor und Rektor zu verabschieden. Beinah dreihundert Ebenbilder des künftigen Ruheständlers blickten den Besuchern dabei über die Schulter. Jedes der insgesamt 297 Schulkinder an der Sonnenrainschule hat nämlich sein ganz persönliches Abschiedsbild von Peter Seemann angefertigt.

Verabschiedung von Herrn Seemann, Foto: Gerald Jarausch

Stehende Ovationen für den scheidenden Schulrektor: Nach 32 Jahren an der Sonnenrainschule verlässt Peter Seemann (rechts) zum Ende des Schuljahres die Schule, die er 27 Jahre geleitet hat, und geht in den Ruhestand.

In den Bildern, aber auch in den zahlreichen Abschiedsreden kam zum Ausdruck, was den Rektor seit vielen Jahren ausgemacht hat. So hat sich Peter Seemann bei Schülern, Lehrerkollegen und den übergeordneten Instanzen gleichermaßen „Achtung erworben“, wie es die leitende Schulamtsdirektorin, Sylvia Anderson, erklärte. Sein vielleicht größtes Verdienst in der langen Schullaufbahn ist wohl seinem Naturell geschuldet. Stets freundlich und bestimmt hat er ganze Schülergenerationen mit seiner engagierten Bildungsarbeit auf das Leben vorbereitet. Die Kinder danken es ihm bis heute mit Vertrauen, Respekt und einer gehörigen Portion Beliebtheit. Seine pastorale Erscheinung, wie OB Jörg Schmidt es treffend formulierte, tut dabei das Übrige.

Bilder der Schüler, Foto: Gerald Jarausch

Zum Abschied ihres Rektors haben alle 297 Schüler der Sonnenrainschule ein Bild von Peter Seemann gemalt, die bei der Feier in der Sporthalle aushingen. Übrigens: Gott sieht in der Vorstellung einiger Schüler aus wie Rektor Seemann.

Auch schulpolitisch ist Peter Seemann ein echtes Schwergewicht, wie es sein Amtskollege Norbert Mayer von der Teggingerschule bezeichnete. Gleich mehrere seiner Weggefährten und Beobachter seiner Arbeit lobten die Hartnäckigkeit und unermüdliche Bereitschaft, sich für die Belange der Schulen und Schüler einzusetzen. Für sein Engagement des Montessori-Zuges an seiner Schule wurde Peter Seemann während der Veranstaltung zum Ehrenmitglied ernannt. Die Fähigkeit, auch zu unbequemen Aussagen zu stehen und die eigene Zuverlässigkeit haben den Rektor praktisch in allen Bereichen viel Respekt eingebracht. Umso glücklicher ist OB Jörg Schmidt, dass er den engagierten und fachkompetenten Pädagogen trotz seines Ruhestandes nicht verliert. Peter Seemann ist erst kürzlich zum Vorstand des Seniorenbeirats gewählt worden und wird den älteren Radolfzellern demnächst seine nachdrückliche Stimme verleihen.

Die Abschiedsfeier hatte trotz ihres feierlichen Charakters durchaus eine unterhaltsame Komponente. Dazu trugen nicht nur zahlreiche Aufführungen der Schüler bei, sondern auch ein wunderbarer Vortrag des Lehrerkollegiums. Darin hörten die Besucher der Veranstaltung eine in Reimform vorgetragene Erlebnisgeschichte aus vielen Berufsjahren in Radolfzell. Unter anderem wurde ein Ereignis geschildert, dass die Bezeichnung der „pastoralen Erscheinung“ Seemanns nur noch einmal unterstrich. So sollen Religionsschüler auf die Frage, wie sie sich den Gott bildhaft vorstellen würden, geantwortet haben – „wie Herr Seemann“. Der mit so viel Anerkennung bedachte Schulrektor machte es beim Abschie d seinerseits ganz kurz. Als Kernsatz bleibt davon praktisch eine Quintessenz übrig: „Die Kinder sind unser Lebenselixier“.

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Quellenangabe

Südkurier, 21.7.12

Text und Fotos: Gerald Jarausch

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